Samstag, 31. August 2013

Incredible North of India

Incredible God of India
Jonathan:
Indien ist ein Land der Extremen. 
Auf dieses Land muss man sich gut vorbereiten es ist einfach so anders als die Heimat und anders als alles was wir bis jetzt erlebt haben.
Der Flughafen in Delhi ist wie jeder andere Flughafen schön sauber viele Leute die auf ihren Flug warten, oder zu ihrem Flug eilen, oder verwirrt drein schauen weil sie nicht wissen wohin es jetzt gehen soll. Zur letzteren Gruppe gehören wir. Man hat uns gewarnt wir werden schockiert sein wenn wir in Delhi ankommen. Noch war alles im grünen Bereich. Die nagelneue klimatisierte U- Bahn brachte uns ins Zentrum und da fängt Delhi für uns an: Extreme schwüle Hitze. Man glaubt gar nicht, dass das wirklich die Temperatur ist und das es nicht kälter wird. Aber so ist es. 
Aus dem Bahnhofsgelände draußen wurden wir gleich von unzähligen Rikscha, - Tuktuk,- und Taxifahrern angefallen, die uns ihre Dienste anbieten wollten. Einfach Ignorieren, sonst werden sie nur noch penetranter. Sie stellen sich extra in den Weg sie laufen uns nach sie halten uns fest.... aber wir wollten gehen wir wussten es ist nicht weit. 
Bis wir dann einen Schlafplatz hatten, war dann doch viel Zeit vergangen. Wir flüchteten in ein etwas nobleres Hostel. Umgerechnet 10 € ist verhältnismäßig teuer für Indien aber wir wussten nichts besseres. Im Hostel angekommen fingen wir gleich an Pläne für die Flucht aus Delhi zu schmieden und  so geschah es, dass wir am nächsten Abend zum Bahnhof gingen und mit dem Zug aufs Land hinaus fuhren auf eine kleine Farm. Irgendwie war ich trotzdem interessiert in die Stadt und die Leute und so gingen wir zu Fuß zum Bahnhof durch die engen Gassen und Straßen. Vorbei an elender Armut und an riesigen historischen Gebäuden zum Bahnhof. 
Zug fahren ist ein Erlebnis für sich. Man sollte es auf jeden Fall gemacht haben wenn man nach Indien fährt.
Ein Erlebnis wert - Zugfahren in Indien / Sleeperclass
An die Armut in diesem Land kann ich mich nicht gewöhnen man muss es einfach hinnehmen. Die Kinder betteln, die Menschen legen sich einfach irgendwo hin und schlafen, jede Ecke ist eine öffentliche Toilette, überall Tiere von der Kuh bis zur Ratte... In Haldwani, die Stadt nahe unserer Farm, kamen wir um 4 Uhr in der Früh an wir mussten warten bis es hell ist. Wir konnten beobachten, wie die Stadt langsam aufwacht. Auf dem Weg zum Bus fanden wir einen Menschen, der irgendwie seltsam schlief. Mitten auf der Straße und irgendwie in einer komischen Position. Als ich etwas näher hin ging sah ich die Blutlake in der sein Kopf lag. Er war wohl tot. Niemand kümmert sich um ihn. Das ist wohl keine Seltenheit in Indien. Auch wir gingen weiter. Die Farm war entspannend. Wir mussten keinen Finger rühren selbst wenn wir arbeiten wollten. Nein nein relax, relax!
Die Woche verging schnell. Entspannt starteten wir wieder unsere Odyssee durch Indiens Norden. 
Wir bis nach Leh in Ladakh, ganz im Norden Indiens, nahe der Grenze zu Tibet, fuhren wir drei Tage mit Zug und Bus. Die Straße führte über den zweit höchsten Pass der Welt.

2. höchst befahrbare Pass der Welt
Eine Abenteuerliche, aber traumhafte Strecke. Eine Spitzenherausforderung für Radl-fahrer! Leh ist sehr touristisch, aber trotzdem schön. Hier verbrachten wir den Großteil unserer Indien Zeit. Wir hausten bei einer netten Familie am Stadtrand. Wir gingen Wandern und wir waren Rafting am Zanskar. Eine spaßige aber kühle Abwechslung. Wir wollten eigentlich über Jammu und Kaschmir nach Amritsar. Die Region liegt an der Grenze zu Pakistan und so passiert es immer wieder, dass Spannungen auftreten und die Region unsicher, oder gar gesperrt wird. Und so war es auch als wir dort hin unterwegs waren. In Jammu ist alles gesperrt. Ausgangssperre, und Straßenblockaden veranlassten uns dazu wieder zurück nach Leh zu fahren und die gleiche Strecke mit dem Bus zurück nach Manali. Von dort ging es weiter nach Dharamsala. Wie der Zufall es so wollte, nutzten wir die Gelegenheit, seine Heiligkeit, den Dalai Lama in seiner Residenz bei einem Teaching zu zuhören. Sehr interessant und lehrreiche Erfahrungen gab er uns mit auf die Reise.
Auf dem Weg nach Nepal fuhren wir noch nach Varanasi. Eine historische uralte Stadt angeblich die älteste durchgehend bewohnte Stadt der Welt. Eine sehr indische Stadt. Varanasi liegt am Ganges. Hier ist es wo die bekannten Bestattungen statt finden. Für Hindus sind die Ufer des Ganges der heiligste Ort. Wer hier bestattet wird kann dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt entkommen und direkt in den Himmel kommen. So werden hier unzählige Leichen verbrannt und deren Asche im Fluss verstreut. Außer Priester und Kinder, die sind zu heilig, die werden nicht verbrannt. Sie werden mit einem Stein in der Mitte des Flusses versenkt.
Abkühlen im Ganges ist hier also keine gute Idee.
Leider hat der Monsun Indien hart getroffen und das Wasser das in den Bergen Katastrophale Schäden mit tausenden Toten angerichtet hat war auf dem Weg zum Meer gerade in Varanasi. Die Häuser nahe am Fluss und die berühmten Ghats standen alle unter Wasser. Wir konnten nicht viel sehen. Viel Regen, viel Wasser und extrem viel Dreck. Das ist unser Eindruck von Varanasi. Aber ich bin sicher es ist eine schöne Stadt wenn man zur rechten Zeit dort ist. Wir waren es nicht.

Verzweifelte Inder an ihrem heiligen, überfluteten Fluss
Also fuhren wir gleich weiter nach Nepal. Indien in nur einem Monat kennen zu lernen ist meiner Meinung nach nicht möglich - das Land ist zu vielfältig, zu groß. Es ist faszinierend, schockierend, schön, ekelhaft und spannend. Für Indien braucht man auf jeden Fall eine dicke Haut.

Die Affen tanzen durch den Wald, die Stadt und überall...
Manu:
India. Incredible India - mit diesen diesem Slogan wird überall geworben.
 Auf unserer Reise sind wir immer wieder ärmlichen Verhältnissen begegnet, haben oft nicht in säubersten Verhältnissen gehaust und wussten zumindest soviel von Indien - viele Menschen, Krankheiten und Armut wird uns erwarten. So also dachte ich, wäre ich doch nicht ganz so unvorbereitet, als würde ich direkt von Österreich zum ersten Mal nach Asien und Indien kommen.
Und doch hat es mich umgehauen.
Und doch hat mich der Kulturschock mit Haut und Haar gänzlich erwischt.
Kaum aus der modernen Metro, der Illusion in einer sauberen geregelten Stadt angekommen zu sein, beim Main Bazaar auszusteigen, haut einen wahrlich um: der starke Gestank, die schwüle Hitze, die tausenden Menschen, Tiere überall, das Gehupe, Geschrei, Anbetteln, Anheuern, Fliegen auf dem Essen und der unglaublich viele Dreck... Eindrücke, Einflüsse von überall lassen Körper und Geist so richtig durchschütteln.

Fleisch und Milch mit Pappkarton-Plastikgeschmack??
Wo sind wir hier gelandet?
Von der unberührten schönen Natur Kyrgyzstan mitten am Main Bazaar in Delhi angekommen.
Wo sollen wir hin?
Als Reisender von Land zu Land sind wir nunmal nicht so gut vorbereitet, wie manch Tourist der oft schon Monate voraus die Reise plant...
Die Flucht in ein (für Indien) überteuertes Hostel gab mir zumindest ein wenig Schutz, wollte ich doch am gleichen Tag eigentlich gar nicht mehr raus.
Mein einziger Gedanke war: ich muss hier so bald wie möglich weg! Gut, dass wir schon im voraus eine Farm im Norden gefunden haben, zu der wir uns zurückziehen und akklimatisieren können.
Aus Not ein völlig überteuertes Zugticket gekauft, einen Tag (hauptsächlich im Hostel) in Delhi und eine Nacht in der Sleeper Class später, kamen wir frühmorgens in Haldwani an - mussten vorbei am leeren Bazaar durch dreckige Straßen, Menschen die einfach am Straßenrand schlafen, gaffen oder rumspucken, Affen die durch die Stadt tollen und einem toten Menschen mitten auf der Straße liegend, sowie eine Busfahrt später sind wir endlich in der Natur und abgelegenen Farm angekommen.
Und wie hab ich es genossen, einfach mal nichts zu tun um mich an die Schwüle, den Monsun, die Eindrücke und an Indien zu gewöhnen.

Unsere Farm-Oase
Eines hat mir an Indien allerdings vom ersten Augenblick gefallen: das Essen (allerdings nicht von der Straße) - hauptsächlich vegetarisch - ist unglaublich lecker.
Wir denken gar nicht mehr daran Fleisch zu essen - so widerlich ist die Haltung der Tiere, die Zubereitung und die Lagerung -.-
August ist die ideale Zeit um den Norden von Indien, genauer gesagt Ladakh zu besuchen. Hier auf rund 3500hm ist zu dieser Zeit anders als im restlichen Indien kein Monsun und die Temperaturen angenehm. Ladakh bietet alles für Touristen. Langweilig wird einem bestimmt nicht: Bergsteigen und Wanderrouten von einer Stunde bis zu Monaten, Rafting, Canoying, Pferdereiten, Mountainbiken auf den angeblich höchst befahrbaren Pass der Welt, Motorradfahren auf einer der gefährlichsten, höchsten und schönsten Straße der Welt etc etc...
Stundenlang fahren wir mit dem Localbus von Manali nach Keylong (7 Stunden) und am nächsten Tag 14 Stunden nach Leh - der einzige Weg nach Ladakh, wenn in Kashmir die Straßen gesperrt werden, weil es Probleme zwischen Indern und Pakistanis gibt.
Zwecks Höhenakklimatisierung ist es besser in Keylong zu stoppen, da Leh auf über 3000hm liegt und die Straße teilweise auf 5300m geht - die Touristenjeeps achten leider nicht darauf. Und auch wir bekommen Auswirkungen einer Höhenkrankheit zu spüren, obwohl wir doch ganz gut akklimatisiert waren...
Hunderte Buse, LKW's, Jeeps und Motorräder quälen sich rauf und runter, schlängeln sich durch abgelegene Täler und durch eine wunderschöne atemberaubende Landschaft. Ungefährlich ist die Straße nicht - durch Regenfälle kommt es immer wieder zu Erdrutschen - hunderte Arbeiter schlafen und leben in der Saison neben der Straße um für fast nichts die Strecke frei zu halten. Ich bin dankbar für diese Helferlein, die es möglich machen diese unglaublich irre Strecke zu befahren.
Ladakh ist anders als das restliche Indien: der buddhistische Einfluss ist hier deutlich zu spüren, es ist sauberer und die Inder sind hier eher in der Unterzahl: Viele Tibeter, Nepalesen und Touristen lockern hier die indische Bevölkerung etwas auf.

Die härtesten Arbeiter der Welt
In Dharmasala oder eigentlich McLeod Ganj, dem eigentlichen Wohnort von Dalai Lama - einem kleinen Dörfchen am Hügel mit Blick auf das Flachland Indien's - lernen wir die Glaubensgemeinschaft der Israelis kennen indem wir an ihrer Sabbat Feier teilnehmen dürfen, bekommen die stets positive, fröhliche Ausstrahlung seiner Heiligkeit zu spüren und lernen über die Geschichte und Schicksal Tibets.
Doch dann die Fahrt nach Varanasi, der heiligen Stadt Indiens - äußerst anstrengend. Insgesamt ca 30 Stunden haben wir gebraucht, nur um dann enttäuscht feststellen zu können, dass die Stadt überflutet und deshalb unmöglich zu erkunden ist. Nachdem das grausige Gangeswasser, in welches ich nicht mal eine Zehe reinstecken möchte (es sollen ums tausendfache mehr Kolibakterien als in jedem normalen Flusswasser darin herumschwimmen) bis weit in die Stadt reingeqillt ist und Leichen an mir vorbeigetragen wurden, um diese zum Verbrennungsghat zu bringen (was zu unserer Zeit nicht möglich war) und die Inder ihre heiligen Rituale nicht durchführen konnten, fingen mir an die Tränen herunter zu rollen und ich fragte mich: Wieso sind wir aus der 1.Welt so sensationsgeil um hierher zu kommen und uns dieses Elend und diese Rituale mit anzusehen? Warum kommen Menschen hierher um Urlaub zu machen?
Ich war so froh, endlich nach Nepal flüchten zu können wo auf uns 10 Tage Vipassana Meditation mitten in der Natur warteten. Ich konnte es gar nicht erwarten - und doch kam noch eine Zugverspätung dazu, die dazu führte, dass wir quasi erst in letzter Minute Pokhara in Nepal erreichten...
Incredible India....ich weiß nicht, ob ich Indien völlig abschreibe und nie wieder kommen möchte.  Vielleicht waren wir nur zur falschen Zeit am falschen Ort (mit Ausnahme Ladakh). Dennoch gibt es so viel wunderschöne Fleckchen auf dieser Welt, die ich noch nicht gesehen habe - im Nachhinein ist es gut, Indien erlebt zu haben und mir ein Bild gemacht zu haben. Ich bin sicher, dass ich einiges von diesem Land gelernt habe - vor allem weiß ich mein Heimatland und unser Sozial- und Gesundheitssystem immer mehr zu schätzen...

Mittwoch, 31. Juli 2013

Centralasia: Kazakhstan & Kyrgyzstan


Hallo zurück! :) Eines vorweg - bitte entschuldigt, die teilweise seltsame Formatierung. Wir haben nicht immer gute Internetverbindung oder oft überhaupt keine und müssen daher unseren Blog offline vorschreiben. Online den Text reinkopieren mag dieses Programm aber leider gar nicht...viel Spaß beim Lesen! :)

Jonathan: 
Von der Zeit in Kasachstan haben wir nicht so viele Bilder. Das liegt wohl daran, dass wir verhältnismäßig wenig erlebten. 
Eine Woche verbachten wir in Almaty bei Almas, ein sehr netter Kasache und selbst ein Weltenbummler. Danach zogen wir uns in die Berge zurück. Ein Versuch Kasachstan per Autostop, oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden, endete am See von Kapchagai. Weiter kamen wir nicht. Die Taxis verlangen einen extra Touristenpreis und die Buse fahren, (wenn sie fahren) nur sehr selten. Kurz gesagt Ausländerfreundlich ist das System der öffentlichen Verkehrsmittel in Kasachstan nicht. 
Entspannen am See von Kapchagai, Kazakhstan
Das neuntgrößte Land der Welt besteht fast nur aus Wüste und Steppe. Nur im Süden gibt es hohe Berge, Seeen, Canyons und Bäume! Keine Selbstverständlichkeit in diesem Land.
Almaty ist die kulturelle Hauptstadt Kasachstans. Die Stadt liegt viertausend Meter hohen Bergen zu Füßen. Ihr Wahrzeichen ist ein Apfel!
Von den Kasachen können wir sagen, dass sie sehr nette Menschen sind, hilfsbereit und immer freundlich. Abgesehen von jenen, die mit Menschen ihr Geld verdienen (Taxi,- Busfahrer...)

Bazar in Almaty, Kazakhstan
Nach unserem Versuch in das weite Land hinaus zu fahren sind wir wieder in unser "Base camp" zurück in die Berge hinter Almaty. Ein alter Bus tuckert für 80 tenge (ca 40 cent) hinauf. Offiziell alle 30 Minuten aber eigentlich sucht sich der Busfahrer die Fahrzeiten selbst aus. Einmal ist der Bus kaputt, dann ist das Wetter schlecht....
Wir hatten viel Zeit in Kasachstan und das macht uns kreativ: Um die Menschen ohne Worte auf ihren schlechten Umgang mit dem Müll aufmerksam zu machen bauten wir Landart Kunstwerke. Ich hoffe sie stehen noch immer. Wir mussten am eigenen Leibe erfahren wie es ist einen heiß geliebten Platz auf einmal völlig verschmutzt vor zu finden. Dieses Ereignis veranlasste uns zu den Kunstwerken.

Ein Kunstwerk gegen die Umweltverschmutzung, Kazakhstan
Morgentliche Überaschung in den Bergen von Kasachstan
Ich konnte es gar nicht erwarten endlich das Indien Visum abzuholen. Um dann sobald wie möglich nach Kirgistan zu fahren. Die letzten zwei Nächte in Kasachstan hausten wir in der Wohnung von Alex einem jungen Bergsteiger, den wir auf einer Bushaltestelle kennengelernt haben, als wir wiedermal vergeblich auf den Bus warteten. Er war uns sehr dankbar, denn endlich fand er Menschen, mit denen er Englisch praktizieren konnte. Und wir waren noch viel dankbarer, weil seine Wohnung nicht weit vom Busbahnhof gelegen ist und weil er uns noch schöne Flecken von Almaty zeigte. Also hatten wir einen netten Abschied aus Kasachstan.

In Kirgistan landeten wir im "Nomadshome hostel" eine Ort, an dem es nur so von Abenteurern und Weltreisenden wimmelt. Das Beste was man hier machen kann ist sich einfach an den Tisch zu setzen und den spannenden Geschichten zu zuhören. Hier werden viele Fragen beantwortet und Erfahrungen über Strecken, über Material, über Menschen, über Visumanträge, einfach über alles was einen Reisenden interessiert, ausgetauscht. Ein guter Startpunkt für unsere Odyssee durch Kirgistan.
Angefangen hat die Odyssee mit einem enormen Erfolg: Die Besteigung des Peak Utschitel (4540), mit Abstand der höchste Berg in unserer Bergsteigerkarriere! Dank der zwei Frauen aus Österreich und der Schweiz, die wir im Hostel kennen gelernt hatten konnten wir es wagen, mit unserer fragwürdigen Ausrüstung so weit hoch zu klettern. Nach der Besteigung ging es zu Lola eine nette Internet-bekanntschaft (Couchsufing) in ein kleines Dorf nahe Bischkek, und dann ging es richtig los: Kaum waren wir etwas weiter außerhalb der Hauptstadt wurden wir eingeladen in einer Jurte zu nächtigen. Unseren Gastgeber lebten von ihren Pferden und Schafen. Den Sommer verbringen sie immer auf knapp 3000m Höhe in einem traumhaften Tal in ihrer Jurte. Sie verkaufen Kumus ( gegorene und gesalzene Stutenmilch), Käse (Kurt) und wahrscheinlich Schafwolle, Pferde und hier und da auch etwas Fleisch.
Durch Wind und Wetter auf den Utschitel (4540), Kyrgyzstan
Per Anhalter ging es weiter in den Süden. Ziel war das Base Camp vom Pik Lenin (7134) im nördlichen Teil des Pamirgebirge. Der Berg erhebt sich über einem riesigen Tal das von vielen wilden Flüssen durchspült wird. Hierher verirren sich kaum Touristen. Die Bergsteiger sind so sehr auf den Berg fixiert, dass sie von dem Tal und dem Land nicht viel mit kriegen. Wir waren langsam genug unterwegs um Land und Leute kennen zu lernen. Es ist lustig zu beobachten wie die Leute innehalten und uns anstarren, als wären wir von einem anderen Planeten. Aber auch wir staunen nicht weniger wenn wir die Menschen in ihren Lehmhäusern, oder in ihren Jurten beobachten wie sie ihren Alltag meistern.
Die Wanderung hinauf zum Basecamp wurde mit einem feierlichen Mittagessen in einer Jurte und mit einem Abendessen von "Pamir expeditions" belohnt. 
Der Abstieg und die Rückreise bis nach Jalalabad liefen wie geschmiert: Ein türkischer LKW Fahrer hielt sofort an und nahm uns mit zurück in die Zivilisation. Der LKW war eigentlich leer, trotzdem war er voll mit türkischem Flair: Uns wurde Cay serviert, es spielte laute türkische Musik, und es gab Essen ohne Ende. Ganz genau wie damals in der Türkei.

Wiedermal ein zufälliges Treffen mit Weltreisenden, Kyrgyzstan


Ab Jalalabad wurde es schwierig. Per Anhalter reisen wurde uns dann doch zum Verhängnis. In einem Dorf mit seltsamen Leuten, zwischen zwei Pässen gab es dann kein Vorankommen mehr. Leider, denn die Zeit lief uns davon. Nur mit viel Mühe und Kosten konnten wir über den Pass zurück in zivilisierteres Gelände. 
Wir mussten Zähne knirschend hinnehmen, dass wir nicht alle Highlights in Kirgistan besuchen konnten. Für zwei war noch genug Zeit: Kol Ukok ein kleiner Bergsee und Issyk Kol das Meer von Kirgistan. Letzteren nutzten wir um nochmal zu entspannen, zu baden und die Reise in Kirgistan langsam und gemütlich zu Ende gehen zu lassen. Das ist uns gut gelungen.
Nicht nur die faszinierenden und abwechslungsreichen Landschaft sind einen ist einen Besuch wert, auch die Menschen, Kirgisen, Russen, Usbeken, Uiguren... und dann noch die Reisenden Europäer, Amerikaner, oder Australier die es hier her schaffen sind etwas besonderes. Wir hatten das Glück alte Reisebekanntschaften zu treffen. Zum Beispiel in Cesme auf der Fähre in Richtung Türkei trafen wir die zwei deutschen Radler und jetzt wieder hier in den Bergen von Kirgistan, oder die zwei Französischen Cousins trafen wir zufällig wieder, als wir mit dem LKW vorbei fuhren. Alle kommen hier her um ein Visum in die nächsten Länder zu beantragen. 
Die letzte Nacht verbrachten wir wieder in unserem lieb gewonnen Hostel in Bischkek um am nächsten Tag zurück nach Almaty zu fahren, wo wir dann abheben in Richtung Himalaya...
Die Zeit in Kirgistan verging wie im Fluge. Drei Wochen sind einfach zu wenig!
Eine typische Jurte, Kyrgyzstan


Manu:
Vom Radler zum Backpacker - 
nachdem wir unsere lieben Esek‘s (türk. Esel = Drahtesel) und überflüssiges Gepäck in Georgien zurückgelassen hatten, konnten wir es also kaum mehr bis zum Abflug erwarten: wir tauchen zum ersten Mal in Zentralasien ein und wie wird es ab nun mit Rucksäcken am Buckl auf Reise zu sein...
Doch schon im Flugzeug, als wir auf Land und Wasser runterblickten wurde uns bewusst, dass wir so einiges verpassen. Ein bisschen wehmutig blickten wir auf die „verlorene“ Strecke herab - aber ja, bequem war es schon im Flieger zu sitzen....
In Almaty angekommen war ich zunächst über diese doch sehr moderne Stadt etwas verwundert - für Asien hab ich mir irgendwie schon einen anderen, „ärmeren“ Lebensstandard erwartet. Aber Kazakhstan hat ja die Kohle, da es Öl besitzt welches daher anscheinend in die Städte fließt. Am Land schaut es schon etwas anders aus - vorwiegend Hütten mit Blechdächer zieren den ländlichen Bereich und wo der Hanf übrigens noch wild wächst.
Mein neuer Hut!, Kyrgyzstan


Zugegeben: unsere Räder haben wir in Kazakhstan schon sehr vermisst. Zwar war es teilweise schon sehr heiß, das Abzocken von Touristen allerdings und quasi null Chance für Individualreisende Attraktionen öffentlich zu erreichen, ging mir ordentlich auf den Keks: gutes Beispiel - ein Taxifahrer verlangte für eine Ministrecke in seiner Währung umgerechnet 20.- Euro für ungefähr ein Zehntel einer Fahrstrecke für die wir mit dem Bus beide 7.- gezahlt haben. Seine Umrechnung des Fahrpreises lautete: 20.-Euro (die, er in Tenge angegeben hat) = 100$. Wtf?! Nachdem wir ihn freundlich aufgeklärt hatten, dass diese Umrechnung so absolut nicht stimmt, änderte er einfach den Preis seiner Währung indem er eine 0 dazusetzte. Also wirklich - für Dumm verkaufen lass ich mich wirklich nicht gerne!!! Aber leider ist dies auch immer wieder in Kyrgyzstan passiert - es gibt va. bei Taxifahrten (Sammeltaxis)- aber manchmal auch beim Essen - für Touristen fast immer eigene (doppelt oder dreifach) Preise. Sicher - kommt man direkt aus Europa und weiß von Tüten und Blasen nichts, denkt einer sich: na, das ist aber billig. Wenn du aber auf Reisen bist und ein Gefühl für die Wertigkeit der Dinge bekommen hast, lernst du schnell und reagierst, indem du z.B. zuerst schaust was Einheimische zahlen oder bei diesen den Preis nachfragst bevor du selber zahlst. 
Einheimischer Bazaar am Fuße des Pik Lenin, Kyrgyzstan
Geldgierigkeit - leider ist uns diese immer wieder vor allem bei Menschen, die mit Touristen arbeiten begegnet. Arme Familien hingegen oder diese, die nicht vom Geld anderer abhängig sind, begegneten uns auf unserer Reise immer wieder sehr gastfreundlich - so durften wir uns zB. glücklich schätzen von Kirgisen im Auto mitgenommen zu werden - statt Geld zu verlangen, wurde uns noch ein Kaffee und Kuchen spendiert oder wir wurden in eine Yurte (und zwar in eine authentische - sprich keine für Touristen!!) eingeladen (welches mein heimlicher Wunsch war) oder zu einer armen Familie in ihr Lehmhaus, die uns mit Essen vollstopfte und keine Ablehnung unsererseits duldete. Das Strahlen der Mutter werde ich nie vergessen. Liegt es vielleicht daran, dass auch hier im Lande Kygyzstan viele Muslime (übrigens war gerade Ramadambeginn) sind und deshalb so gastfreundlich reagieren?! Hat der Glaube mit unserem Verhalten etwas zu tun?
Nun, in Kazakhstan langweilten wir uns etwas, obwohl wir auch viele gute und schöne Sachen erlebten und netten Menschen begegneten - aber wir mussten unser Indienvisum abwarten. 
Zu unserer Enttäuschung erfuhren wir, dass wir im Ausland nur 3 Monate Visum für Indien bekommen und dieses ab Ausstellungsdatum gültig ist. Nun, laut unserer Reiseplanung fehlen uns also genau die 20 Tage, die wir nach unserer Nepalreise durch Indien in den Süden nach Sri Lanka wollten. Aber wir haben ja schon gelernt - Pläne ändern sich immer wieder und wahrscheinlich hat das auch seinen guten Grund.
Irgendwo im Kyzyl-Suu Tal, Kyrgzystan

Endlich in Kyrgyzstan: meinem neuen Lieblingsreiseland. Ein Traum! Über 90% des Landes ist bergig und voll mit unglaublich schöner, unberühter Natur und Bergketten. Hier durfte ich auch ganz spontan und ungeplant meinen ersten 4000er - und noch dazu gleich ein 4540er Gipfel besteigen. Wahnsinn! Von 2200m rauf zum Basecamp auf 3300m, Akklimatisierungstag (wichtig!! am zweiten Tag konnte ich kaum 2m bergauf gehen um nicht danach 5min Pause zu machen) und Gipfelsturm (es stürmte tatsächlich so sehr die letzten hundert Meter am Grad kurz vor dem Gipfel) am dritten Tag. Ein Traum! :)
Schöner Bergsee im Pamir Gebirge, Kyrgyzstan


Ohne Räder unterwegs zu sein in diesem wunderschönen Land, hatte Vor- und Nachteile: wir sind viel flexibler unterwegs gewesen und konnten mehr Dinge vom Land sehen, die wir mit dem Rad wahrscheinlich nicht so leicht erreicht hätten oder viel mehr Zeit gebraucht hätte. Ein riesiger (für mich manchmal schmerzhafter) Nachteil war wiederum, dass zu schnelle vorbei rasen an wunderschöner Landschaft und viele Geldausgaben für Transporte. 
Pik Lenin (7134) Base Camp von Pamir Expeditions, Kyrgyzstan
Die „Angst“ nicht mehr so nahe an Menschen heranzukommen, weil wir nicht mehr so langsam mit Rädern unterwegs waren hat sich in Kyrgyzstan in Grenzen gehalten - durch das abenteuerliche Backpacken mit Zelt und per Hitchhiken zu Plätzen, wo nur wenige Touristen hinkommen hat uns glücklicherweise trotzdem Einheimischen näher gebracht.

"Kumus" und Brot von einer Normadenfamilie, Kyrgyzstan

Alles in allem: die Zeit war einfach viel zu kurz und ich komme sicher wieder - am Liebsten mit einer Gruppe begeisterter Outdoorfreunde für Berge, Wasser und Natur. 
Begegnungen mit all den „verrückten“ Gleichgesinnten von überall auf dieser Welt im Camphostel Nomad‘s Home in Bishkek, das Treffen unserer „alten“ Freunde Jana und Alex ganz zufällig in den Bergen von Kyrgyzstan und unseren lieben Franzosencousins auf der Straße, die wunderschönen Berge, die Natur, Seen und vielen Yurten und Tieren mitten in der Berglandschaft und zig hunderte Möglichkeiten zu Trekken und Bergzusteigen - das Land ist auf jeden Fall eine Reise wert meine Lieben!! Und noch dazu: das einzige Land in Zentralasien, wo wir kein Visum benötigen....also - worauf wartet ihr noch? :) Geht auf Reisen ihr Lieben, reist! 


Zufälliges Treffen on the road mit den "deux cousins" aus Frankreich, Kyrgyzstan
Ein kleiner Bergsee nahe Kochkor, Kyryzstan
Eine kleine Wanderung durch die Canyons der Region Ton, Kyrgyzstan
 Zelten am Issyk kol, Kyrgyzstan

Zurück ging es nach Kazakhstan, wo wir eine Nacht am Flughafen in Almaty verbracht haben und nun sind wir bereits in Indien unterwegs...aber das ist eine andere Geschichte... ;)

PS: Gegen Ende des Jahres (ab November) bzw. Anfang des nächsten Jahres befinden wir uns in Süd-Ostasien: Malaysia, Thailand, Laos, Vietnam...hätte jemand Lust und Zeit uns ein wenig zu begleiten??? In Thailand steht Klettern am Programm!! :))

Donnerstag, 30. Mai 2013

Vierzehnte Etappe: Rad-Endetappe durch das bergige Armenien


Armenien: das Land zwischen den Fronten
We did it! Zielankunft am Sevan See

Unsere Esek's (türkisch: Esel) kurz vorm Ziel

Jonathan:
Von Armenien habe ich nicht viel gewusst, nur dass es ein armes kleines Land ist, dass es früher Teil der Sowjetunion war und solche Dinge.
Jetzt weiß ich mehr. Die Gegend in der sich Armenien befindet ist wie eine Pufferzone von drei Großmächten. Hier treffen sich die arabische, die türkische und die russische Großmacht. Und so kam es, dass sämtliche Konflikte hier ausgetragen wurden. Die Armenier waren nie unabhängig genug um ihre Gegend vor den Konflikten der Großmächte zu schützen. Und so kam es, dass Armenien erst seit 1991 ein unabhängiges Land ist. Das Gebiet in dem Armenier lebten ist eigentlich viel größer als das heutige Land. Armenien ist eingezwickt zwischen zwei Ländern mit denen es sich zerstritten hat. Die Grenzen nach Aserbaidschan und in die Türkei sind geschlossen. Nur nach Georgien und Iran sind die Grenzen geöffnet. Die Wirtschaft ist schwach und die meisten Menschen sind arm.Nichts desto trotz sind die Armenier ein sehr hilfsbereites und freundliches Volk. Ab und zu tappten wir in die Touristenfalle, aber die Menschen die nicht vom Tourismus leben waren sehr nett und hilfsbereit.Die ersten Tage auf dem Fahrrad durch Armenien waren kalt und durchwachsen. Die Sonne zeigte sich nur sehr selten. Regen war unser ständiger Begleiter. Auf die Berge waren wir innerlich vorbereitet. Unser "kaspisches Meer"- den Sevan See im Visier radelten wir fleißig durch Regen und Berge. Eine kleine Abwechslung war der Besuch beim Sanahin Monastery und die abenteuerliche Gondel auf dem Weg dort hin. 
Abenteuerliche Gondelfahrt

Klöster und Kirchen sind übrigens die Schätze Armeniens. Viele von ihnen sind ein Unesco Welt Kulturerbe und mit ihnen versucht Armenien den Tourismus anzukurbeln. Die meisten Armenier bekennen sich zum orientalisch - orthodoxen Christentum. Armenien ist auch das erste Land, welches das Christentum zur Staatsreligion ernannt hat (301). Die meisten Klöster stehen weit weg, oft an sehr ausgesetzten Stellen mit traumhafter Aussicht. Mit dem Fahrrad dort hin zu kommen ist daher eine sehr große Herausforderung.
UNESCO Sanahin Monastery

Der Sevansee begrüße uns mit einem Regenschauer. Nichts desto trotz versuchten wir in Feierlaune zu kommen und unser Reiseziel zu zelebrieren. So richtig geglückt ist es nicht. Kein Baden im kühlen See, nichts mit in der Sonne, am Strand liegen - stattdessen waren wir irgendwo versteckt in einem kleinen Wald im Zelt.
Über eine holprige von Schlaglöchern übersäte Seitenstraße fuhren wir am nächsten Tag weiter, die Gewitterwolken im Nacken, die uns auch immer wieder einholten. Sie bescherten uns dafür eine nette Bekanntschaft mit einem Tankwart, bei dessen Tankstelle wir Schutz suchten. Wir durften in sein kleines Zimmerchen in dem nicht viel mehr war als ein Stuhl, ein Tisch, auf dem ein Computer stand der die Zapfsäulen überwacht, ein Bett und eine wacklige Metallbox für das Geld. Unterhalten konnten wir uns gut, weil er eine Bekannte anrief die Englisch konnte, und so redeten wir mit dem Handy hin und herreichend bis der Regen nachließ.


In Yerewan hatten wir das Glück bei einem armenischen Amerikaner zu wohnen. Die Hauptstadt Armeniens ist sehr schön und erstaunlich wohlhabend. Viel sieht man nicht von der ländlichen Armut. Wir verbrachten viel Zeit in und rund um Yerewan.
Ankunft in Yerevan

Bei unserem Gastgeber konnten wir unsere Räder und unser Gepäck unterstellen um für unsere Ausflüge in die Umgebung nur das wichtigste mit zu nehmen. Zuerst fuhren wir mit dem Fahrrad nach Khor Virap das Kloster am Fuße des Ararat.

Der Ararat ist das Wahrzeichen Armeniens. Es gibt eine Ararat Bank, ein Ararat Bier, Ararat Restaurants, ein Dorf mit dem Namen Ararat und vieles mehr, und doch steht der Berg in der Türkei. Er war früher auf armenischen Gebiet. Der Großteil Armeniens ist heute Türkei. Armenien und Türkei teilen sich eine sehr traurige Geschichte aber dazu nicht jetzt.
Jedenfalls verbachten wir eine schöne Zeit an diesem beeindruckenden Platz und jeder Bergsteiger der in Khor Virap ist und auf den Ararat sieht, dem wird das Wasser im Mund zusammenlaufen so schön ist dieser Berg!
խոշոր Արարատի
Büyük (5137m) Ağrı Dağı
Großer Ararat

Der Nächste Ausflug ging per Bus und Autostopp nach Geghard - ein weiteres Kloster, mindestens genauso beeindruckend, denn es ist aus dem Felsen heraus gemeiselt. Mehrere Räume mit Säulen und geschmückten Wänden, alles aus dem Fels gemeiselt, eine Meisterleistung. Ich war bis jetzt nie in Klöster und Kirchen interessiert, aber die hier in Armenien sind wirklich sehenswert!

Aus dem Plan irgendwo dort in der Schlucht zu übernachten wurde nichts, wir wurden eingeladen von einer sehr netten Familie und durften mit ihnen so richtig feiern - einfach nur feiern, weil wir existieren. Am nächsten Tag brachten sie uns wieder hinauf in die Berge, wo wir unsere Wanderung fortsetzten.
Hier der Link zum Video das ich für sie gemacht habe:
http://www.youtube.com/watch?v=4KzRthKtLMY
Thumbnail
Erlebnisse wie diese machen die Reise wertvoll und unvergesslich, wir hatten eine Menge Spaß obwohl wir kein Armenisch, oder Russisch können und sie konnten nur 5 Worte Englisch. Genug für einen unterhaltsamen Abend.
Unser dritter Ausflug führte uns in den Süden Armeniens. Goris ist eine kleine Stadt von der es nur noch ein Katzensprung in den Iran, nach Aserbaidschan, oder in die Region Nagorno- Karabakh, ein Land, welches von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wird und eigentlich nur mit armenischer Hilfe überlebt.
Goris selbst wird begrenzt durch eine wunderschöne Berglandschaft und Steintürmen die denen von Kappadokien in der Türkei um nichts nach stehen. Genau dort stellten wir unser Zelt auf, um am nächsten Morgen früh genug nach Tatev, das Kloster aller Klöster in Armenien, aufzubrechen. Vom Kloster weg planten wir eine lange Wanderung entlang einer imposanten Schlucht. Der Plan ging auf, aber nicht ohne Schwierigkeiten. Das Wetter hat uns wiedermal eine Lektion erteilt: Auf über 2000hm ist es kalt, wenn es regnet und alles nass ist! Außerdem verloren wir den Weg und wir landeten an einem steilen rutschigen Hang mit extrem dichten Gebüsch. Nach einer halben Stunde fanden wir wieder einen Weg. Die Strapazen lohnten sich. Wir wurden belohnt mit ein wenig Abendsonne, einem riesigen Regenbogen und einem Zeltplatz mit bombastischer Aussicht. Die Sachen waren alle nass aber es gelang uns ein Feuer zu machen und wenigstens den Schlafsack und die wichtigsten Sachen einigermaßen trocken zu kriegen.
Atemberaubender Blick: Vorotan Gorge

Der nächste Tag war ziemlich genau das Gegenteil: sonnig, heiß und alles klappte wie am Schnürchen. Wir fanden eine schöne Badestelle am Fluss, danach fuhren wir per Autostopp nach Yerevan zurück in unser vorübergehendes Zuhause.

Von Lilit, unserem armenischen Engel wurden wir an unserem letzten Tag in Armenien zu einem vorzüglichen Abendessen eingeladen. Lilit half uns sehr viel in Armenien und sie erzählte uns viel über Armenien und seine Sehenswürdigkeiten. Sie setzt sich stark für den Tourismus in Armenien ein. Hier ihre sehr informative Homepage:
www.wonderlandarmenia.com
Nach dem Essen fuhren wir zum Bahnhof - jeden zweiten Tag fährt ein Nachtzug nach Tbilisi. Mit unseren Fahrrädern und dem Gepäck hatten wir keine Probleme. Mit einem sehr unterhaltsamen Inder verging die Zeit recht schnell und wir landeten sicher wieder in Tifilis.

Armenische Linienbusse

Manu:
Armenien hat bis jetzt den freundlichsten Grenzübergang überhaupt. An der Grenze fragte man uns nach unser Lieblingssportmarke während nebenbei ein bunter Stempel in unseren Pass abgefertigt wird. Unsere ersten Worte mit dem Beamten: "Barhi orh" - ein Lächeln -"First time armenia?" - "yes, aaah - ajo!" - wieder ein Grinsen. "Good luck!" - darauf wir "schnorrhakalutsjun" - lautes Gelächter und fröhliches Gewinke zum Abschluss. Aber wieso denn eigentlich "Good luck" frag ich mich?...
Das Glück hat mit uns des öfteren ein bisschen gespielt: Kaum in Armenien angekommen begleiteten uns stets Regenwolken bis nach Yerevan. Ohne Geld über die Grenze, mussten wir feststellen, dass es nicht ganz so einfach ist überall Geld abzuheben oder zu wechseln - Bankomaten gibt es nur in den größeren Städten und die erste war eine Tagesetappe weit entfernt....in Alaverdi angekommen, das erste Mal im Leben 100.000!! Dram abgehoben und dabei ganz schön geschwitzt - und im Gedanken - wie viel Kohle braucht man denn eigentlich hier? ging es zur ersten - nein nicht Kebab oder Döner - hier in Armenien heißt es Shawarma-bude und zum ersten Aha-Effekt: hier ist es doch etwas billiger...
Glück hatten wir, als wir mit der Gondel zum Monastery die Schlucht rauffuhren (100Dram!=0,19Cent für eine Fahrt) und danach feststellen, dass uns ein (nicht funktionierendes) Hinterlicht und meine Katzenaugen gestohlen wurden: "eigentlich barmherzige Diebe", dachte ich mir, denn unser sämtliches Gepäck mit Wertgegenständen wurde nicht angerührt. Hatte dies etwa etwas mit dem "Good luck" des Grenzbeamten zu tun?!
Ehrung meines tapferen Esek's - versteckt,  mitten im Wald
Finale!
Die letzten Kilometer haben wir uns noch ordentlich abgestrampelt - sind 1000hm bei Nebel und eisiger Kälte rauf, fast alles wieder runter um dann wieder auf 2000m auf einen Pass rauf zu müssen, wurden dort von den Tunnelwächtern auf einen Kaffee eingeladen und sicher durch den Tunnel geleitet. Danach liessen wir gemütlich unsere Esek's (seit der Türkei, nenne ich so liebevoll meinen Drahtesel) bergab auf unser Ziel, den Sevan See zurollen. Und als er dann da war, ging mir durch den Kopf: "und das soll es jetzt gewesen sein?! Da ist das Ende?" So richtig in Feierstimmung war uns einfach nicht zumute, vielleicht auch wegen der vergangen eher trüben Tage...
Erst am nächsten Tag hat Jonathan mir eine Art Trophäe aus Birkenrinde mit vielen Blumen gebaut und wir gönnten uns Mannerschnitten, die wir kurz vor der Grenze in Georgien im Regal erblickten und unser Herz aufblühen lies. Nun ja, ein bisschen stolz auf die vergangen 220 Tage und 5700m sind wir schon :))
5700km, 220Tage, 10 Länder
Auch die letzte Nacht vor Yerevan soll uns in Erinnerung bleiben: irres Gewitter und Hagelschauer während wir im Zelt lagen - am nächsten Tag brauchten wir die rund 200m vom Acker-Zeltplatz bis zur Straße und bis wir Abfahrtbereit waren ca. 2 Stunden. Tja, der Schlamm hat einfach unsere Räder und Füße blockiert...
Outdoor-aha-Effekt: Nach einer Regennacht im Acker gibt es Schlamm!
Die ersten Tage in Yerevan waren leider sehr Nervenaufreibend: wir versuchten es zum vierten Mal bei der Botschaft von Kazakhstan - rein gar nichts stand hier auf Englisch! Und kruzifix auch rein gar nichts auf lateinischer Schrift! Ein großes Fragezeichen tat sich auf. Und als wir ein Foto machen wollten, um wenigsten die Öffnungszeiten übersetzen zu lassen, sprang jemand aus einem Auto "no! no photo!" - als wir ihm dann mit Hand und Füßen erklärten "wir können nichts lesen!!" hieß es, der Konsulat sei noch auf Urlaub und käme erst Ende der Woche...."Das gibt's doch nicht!!!"
Beim fünften Mal durften wir dann endlich auch rein: doch da das Visum hier viel teuer und der Konsulat sich -entschuldigung- NÜSSE über diverse Visumsarten auskennt, entschieden wir uns früher nach Georgien zurückzufahren um dort noch das Visum zu beantragen. Zugegeben, wir waren etwas frustriert... 
Und ja, ich war noch mehr frustriert, als wir am selben Tag bei unserem Couchsurfer-Host feststellen mussten, dass unsere sämtlichen Reifen keine Luft mehr hatten, weil (anscheinend) Jugendliche lustig sein wollten....was war denn hier nur los?!
Erst langsam und mit viel Motivation von Jonathan konnte ich mich langsam wieder aus der Tiefstimmung und Demotivation herausholen und als dann endlich wieder die Sonne schien und wir Pläne für diverse Ausflüge schmiedeten war ich wieder guten Mutes.
Während unseren Ausflügen durch Armenien wurde mir auch wieder so richtig bewusst, warum ich unterwegs war: diese wunderschöne und größtenteils unberührte Naturlandschaft, Blicke auf atemberaubende Schluchten und Berge sowie die Herzlichkeit so vieler Menschen sind so unglaublich lebensbereichernd.
Pudelnass den verdienten Ausblick, die Sonnenstrahlen und das Leben genießen
Wann seid ihr zuletzt auf einen Fremden zugegangen, habt ihm Hilfe angeboten, oder ihn/sie sogar mit nach Hause genommen um mit ihm/ihr das Leben und seine/ihre Existenz zu feiern, habt ihn/sie mit dem Auto stundenlang mitgenommen und mittendrin von einem armen Jungen auf der Straße Blumen für ihn/sie gekauft (ja, mir wurden tatsächlich Blumen von unserem netten jungen Armenier, der kein Wort Englisch konnte einfach so gekauft und überreicht! und dass, obwohl 2/3 der Armenier arbeitslos sind!) etc....
Es tut so gut zu spüren, dass soviel Herzlichkeit in allen Länder dieser Welt existiert! Lasst uns diese Herzlichkeit verbreiten!
Mein neues absolut Lieblings-Dankeswort dazu: Schnorrhakalutsjun!!
Wir satteln um!
"Aber wie geht es nun weiter?", fragt ihr euch vielleicht:
Wir satteln um!
Unsere Räder lassen wir in Tiflis stehen und unsere Packtaschen werden gegen riesige Rucksäcke ausgetauscht - ab 10.Juni sind wir also offizielle Backpacker :)
"Und wo soll es hingehen?"
Nachdem wir leider leider nicht in den Iran können und Aserbaidschan uns nicht überzeugen konnte, hat uns unser lieber Couchsurfer-Host in Trabzon Zentralasien sehr schmackhaft gemacht :) 
Ein Aufruf an euch: Falls jemand Lust und Zeit hat, uns zu besuchen - wir würden uns wirklich riiiiieeeesig freuen!! Und ehrlich gesagt täte es mir wahnsinnig gut, wieder ein bisschen Heimat um mich herum zuhaben!! :))


Hier liste ich euch unsere ungefähre Reiseroute auf (Pläne ändern sich ja immer wieder...):
Kazakhstan (ab 10. Juni; Nationalparks)
Kirgisistan (Juli; Interessant für alle Bergsteiger!!!)
Nordindien (August; wwoofen&Buddhismus)
Nepal (September; woofen&Bergsteigen- na, wer hat Lust?!)
Indien von Nord nach Süd (Anfang-Mitte Oktober)
Sri Lanka (Oktober/November; wwoofen&Papa treffen und rumfahren)
ab Mitte November bis ins Frühjahr geht es dann weiter nach Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam & ev. weiter....

Falls ihr Sightseeing-/Geheimtipps für diese Länder habt oder uns irgendwann & irgendwo besuchen wollt: bitte melden!!!
Ihr Lieben - so wie es momentan aussieht kommen wir frühestens im Frühjahr 2014 zurück :)

Dienstag, 14. Mai 2013

Dreizehnte Etappe: Georgien: Batumi - Akhaltsikhe - Tblisi

Ankunft im 9., uns noch fremden Land - Georgien
Nachtrag vom 17.April - 06.Mai 2013
Jonathan: Georgien ist ein Land mit vielen hohen Bergen. Das kann ich jetzt bestätigen! Die ersten Wochen in Georgien waren nicht leicht für uns. Das Land ist extremer, und wilder als die Türkei. Als wir von der türkischen Grenze nach Batumi fuhren, wussten wir nicht was uns erwartet.
Seit Trabzon war das Wetter kühl und feucht. Die Bedingungen waren nicht ohne und so leisteten wir uns seit langem wieder ein Hostel in Batumi. Und siehe da, wieder trafen wir Fahrradfahrer. Zum ersten mal trafen wir einen Österreicher (mit Ski auf dem Fahrrad)! Und zwei Engländer. Mit ihnen und den Franzosen teilten wir Freud und Leid bis kurz vor Tiflis und an Freud und Leid wurde nicht gespart. Wie so oft entschieden wir uns für die abenteuerliche Straße nach Tiflis. Unsere Tagesetappen waren kurz aber knackig. Von der futuristischen Stadt Batumi fuhren wir gleich nach Osten in ein tiefes, langes Tal, welches wir bis zum Ende fuhren, um über einen mehr als 2000m hohen Pass nach Akhalzikhe zu fahren. Und von da an folgten wir dem Lauf des Flusses Kura bis in die Hauptstadt.

Batumi
Diese Etappe war meiner Meinung nach mit Abstand die Extremste. Das Wetter wollte nicht so ganz mit spielen, als wir in Richtung Pass unterwegs wahren. Die Bewohner der Bergdörfer sparen nicht mit Alkohol und so kam es, dass uns der (wir vermuten) Bürgermeister eines kleinen Dorfes mit seinem Freund und viel Schnaps im Gepäck unseren Zeltplatz besuchte.

Cachaca-Feier mit Einheimischen
Die Etappe am nächsten Tag wurde entsprechend kürzer. Für die nächsten Tage schmiedeten wir einen guten Plan, wie wir den hohen Pass überqueren wollten: Am Tag eins weit hoch fahren und am Tag 2 früh aufstehen um den zugeschneiten Pass sicher überqueren zu können. Guter Plan - aber nichts wurde daraus. Wieder kam uns eine Art Bürgermeister entgegen. Diesmal ein noch höheres Kaliber. Das schwarze moderne Offroad-Auto blieb stehen und feine Herren in sauberen Anzügen stiegen aus, alle umzingelten sie den einen, wie Bodyguards. Sie putzten ihm den Sakko, hielten sein Handy, waren gute Diener. Jedenfalls dieser Herr lud uns ein im Hotel zu schlafen, das sich auf dem höchsten Punkt des Passes befindet. Es war abends aber die versprochenen 10 -12 km bergauf sollten sich knapp ausgehen. Und so schickte uns der Mann aus dem schwarzen Wagen in ein riskantes Abenteuer.

Der Bürgermeister und seine Gehilfen
Der Berg wollte nicht aufhören - aus den 10 km wurden 15 und noch mehr aus der Straße wurde ein Weg mit tiefen Wasserrinnen, gefolgt von Schneeverwehungen, es schneite und der Wind wurde stärker. Zum warm Anziehen keine Zeit, so weit konnte es nicht sein. Es war bereits dunkel. Das Hotel war zu verlockend: Ein Bett, einen warmen Raum, warm duschen...
Die Gruppe teilte sich auf, ich war irgendwo in der Mitte, immer wieder sah ich die Taschenlampe der Engländerin aufleuchten - sonst nichts. Und dann, kurz bevor ich gaanz erschöpft war kam ein alter Kleinbus angekrochen - hinten leer. Mit Hand und Füßen erklärten wir dem verdutzten Man wo wir hin wollen. Wir sammelten die anderen ein. Pete der Engländer war schon oben. Das einzige was ich noch konnte war schnell, wie ein ferngesteuerter, alles auspacken ins warme Haus bringen und hinsetzen. Und dann wurde mir übel, ich musste mich hinlegen.

Xtreme Pass - 2025m
Die restlichen Tage bist Tiflis konnte ich mich nicht richtig erholen. Aber es wurde wärmer und es ging meistens bergab und der Wind kam meistens von hinten. Bis auf eine Verkühlung, einen Platten bei mir und beim Franzosen zerschlissene Bremsbacken und Manus gebrochener Radlspeiche haben wir die Tour gut überstanden.

Platten richten
Und jetzt hat es um die 30°C und wir sind wieder in einem sicheren billigen Hostel untergebracht. Wie schön wenn ein Abenteuer gut ausgeht. Hoffentlich geht es so weiter....
Georgien's wunderschöne Landschaft
Manu: 
Ehrlich gesagt - kein schöner Abschied war's von der Türkei und ein Kulturschock für mich, als wir zur Grenze kamen. Schon an der Grenze in der Schlange zur Passkontrolle wurden wir von Georgiern? oder Russen? weggedrängt und so musste ich mich erst an diese neue Mentalität gewöhnen.... Kein Muezzin weckt uns mehr in der Früh, dafür wurden wir von Einheimischen zu Wein, Käse aber leider auch viel zu viel Chacha eingeladen - gut für uns, dass wir ab Batumi in einer 6er Gruppe unterwegs waren und zumindest wir beide von einem Kater am nächsten Tag verschont blieben....

Ösis, Franzosen und Engländer-Treffen im Hostel
Ich machte mir ein wenig Gedanken, als wir beschlossen, den südlichen Weg über einen 2000hm Pass zunehmen, obwohl wir eigentlich wussten, dass das Wetter die nächsten Tage nicht gut sein werden. Die Gruppe aber versuchte mich zu besänftigen und versicherte mir, dass wir jetzt eine Art Gemeinschaft sind und wir es also schaffen werden.... soweit gut. Nur wussten wir da noch nicht, dass ein Bürgermeister unsere gute Taktik (kurz vor dem letzten sehr steilen und langen Anstieg übernachten) mit Honig ums Maul schmieren durchkreuzen wird....und so kam es, dass wir uns alle überanstrengten - für Jonathan, der vorher schon angeschlagen war leider fatal. 

Eisige Verhältnisse
Bikergang
Er zog die Konsequenz bis nach Batumi mit und als sein Körper sich endlich wieder erholen konnte, schlugen die Viren um sich...und wie ein Faden zog sich unsere kleine Schicksalssträhne weiter - wir kamen wegen Erschöpfung zu spät zur Botschaft unseres ersten Landes, wo wir Backpacken wollen...nicht so schlimm, dachten wir - kommen wir halt zum nächsten möglichen Zeitpunkt - tja, aber seit zwei Wochen sind nun georgische Feiertage und Feiertage von dem Land, wo es hingehen soll (jaja -ihr erfährt es bald! ;)) 
So also entschieden wir uns, weiter zu reisen und es später nochmal zu versuchen. Unsere erste Probetour mit Rucksäcken ging nach Kazbegi/Stepantsminda - die Räder und Packtaschen im Hostel zurückgelassen, fuhren wir ca. 3h auf 1740hm hinauf entlang der Georgian Military Road Richtung Russland (die Grenze ist seit einem Jahr wieder offen!!). Spannend!!!! Atemberaubend! Am Pass gibt es keinen Asphalt - riesige Schlaglöcher und Bäche sowie Wasserfälle von oben rinnen charakterisieren diese einzigartige Straße. Hunderte Trucks und Autos quälen sich rauf, fahren auf die gegenüberliegende Fahrbahn, da diese um einen Hauch besser erscheint - und daneben diese wunderschöne Berglandschaft und Schluchten - alles in allem eine "Mund-offen-stehenlassende-Angelegenheit" (aber Vorsicht - es staubt! ;) )...

Mittem im großen Kaukasus
Die folgende sonnenstrahlenden Tage verbrachten wir in den von uns geliebten Bergen - schliefen in der Nähe der Gergeti Trinity Church neben einer ukrainischen Expedition auf fast 2000m, die am nächsten Tag zum Kazbek aufbrechen wollten und sich akklimatisierten, stiegen auf 3000m zur Schnee/Gletschergrenze Richtung Kazbek rauf und mussten dann aber leider wehmütig Bergsteigern zuschauen, die auf den Gipfel wollten (wo treffen wir Österreicher?? - natürlich am Berg!!!!) - wir aber haben einfach leider kein geeignetes Equipment dabei... 

Gergeti Trinity Church in atemberaubender Lage
Aber eines sind uns sicher: wir kommen auf alle Fälle wieder!! 
Mit einem Fuß schon am 5000er (Mt. Kazbek 5033m)
Zurück in Tiflis treffen wir kurz wieder auf unsere französischen Freunde, die leider einen Zahnradbruch hatten und eine Tagesetappe zurück wieder ins Hostel mussten. Ich hatte übrigens auch eine Panne nach unserem legendären Pass - eine Speiche ist gebrochen, wurde aber von flinken georgischen Fingern (die wir eeeewig suchen mussten) in Tiflis wieder geflickt :)

Begegnungen mit Einheimischen: kurz vor Tiflis wurden wir von einer georgischen Familie eingeladen - wir durften in einer schlichten Wohnung schlafen, bekamen georgisches Essen serviert und wurden am orthodoxischen Palmsonntag mit in die Unesco Kirche von Mtskheta genommen - durften dort einen Einblick in die Feierlichkeiten gewinnen. Wir hatten das Gefühl, sie wollten uns gar nicht mehr gehen lassen...didi madloba!!

Begegnung mit Einheimischen
Das Essen in Georgien ist übrigens köstlich! Es ist eine Kunst Khinkali (flüssig gefüllte Teigtaschen) zu essen ohne viel zu patzen...und die Art, wie sie ihr Brot backen - herrlich!
Nach unserem Kazbegi-Ausflug machten wir uns zum letzten Mal mit dem Rad auf den Weg ins etwas eingezwickte, ärmliche Armenien - unterwegs zu unserem Ziel...

Traditionelles Brotbacken