Samstag, 12. Januar 2013

Achte Etappe: Albanien - Peloponnes/Griechenland, das Land der Gemütlichkeit


101 Tage, 7 Länder, 2800km
Manu: Tataaaa, da sind wir nun endlich wieder :) Herzlich Willkommen im neuen Jahr! Ich hoffe, ihr habt die Weihnachtsfeiertage ruhig verbracht und nun freu ich mich euch im Jahr 2013 begrüßen zu dürfen. Ich wünsche euch allen (nicht nur für das Jahr 2013) Gesundheit, Zufriedenheit, Harmonie und viel Liebe, Mitgefühl und Zeit für euch selbst und eurem Umfeld! :)
Manche von euch wissen es bereits, andere fragen sich vielleicht schon wo wir denn nun stecken - wir sind momentan in Südgriechenland, genauer gesagt auf Mani/Peloponnes stationiert und fühlen uns bereits richtig heimelig hier - aber beginnen wir von vorne:
Griechenland - in den Medien bekannt als das Krisenland..."Vorsicht!"... "Besser nicht hinfahren"..."schon gar nicht nach Athen"... Doch wieder hat sich uns das Gegenteil gezeigt: Gemütliche Hirten, gastfreundliche Ortsbewohner, ein hilfsreiches Radservice, herzliche und spendable Einheimische, eine Großstadt Athen ohne Zwischenfälle...die Krise zeigte sich uns mit Kaffeetrinkenden Griechen in überfüllten Kaffeehäusern zu jeder Wochen- und Tageszeit, eingestellten Baustellen, leerstehenden Häusern und Firmen...
Griechenland ist auch unser Land der ersten Pannen - insgesamt waren es schon drei. Gleich nach unserer ersten zwei Pannen - ein sich leider wiederholender Patschen im Hinterrad im schönen Kastoria - gefolgt von einem stürmischen patschnassen Sauwettertag, an dem wir wegen durchnässten Schuhen gezwungen waren eine Unterkunft zu suchen, in Neapoli aber weit und breit keine solche zu finden war - wurden wir vom netten Wettcafepächter Theo herzlichst aufgenommen: "Kommt erst mal rein, trinkt mit uns einen Kaffee und wärmt euch auf - wir finden schon eine Lösung für euch", sprach er - zwei Tage später verließen wir erst wieder seine Wohnung. Als Dankeschön kochten wir gemeinsam ein Mittagessen. Theo und manche Dorfbewohnern luden uns zum Abendessen ein, Kellnerin Elena verwöhnte uns mit der leckersten heißen Schokolade während wir im Gegenzug von unserer Abenteuerreise erzählten, von der jeder selbst ein wenig träumte. Ja beinahe konnten wir sogar Theo, der kaum aus seinem kleinen Dorf Neapoli rauskommt, davon überzeugen mit uns mit dem Rad bis nach Meteora zu fahren....aber ich weiß wie schwer es ist über den eigenen Schatten zu springen, den Mut zu haben aufzubrechen, trotzdem bewundere ich ihn für seine Gastfreundlichkeit trotz der Krise in seinem Land, die er selbst als Hoffnung und Chance zur Veränderung, zum Aufwachen der Menschen sieht...
Gastfreundlichkeit ist seine Stärke: Theo aus Neapoli
Genau zum Nikolo wurden wir mit dem wunderschönen Blick auf die Klöster und Felsen von Meteora belohnt, nachdem wieder eine recht bergige, nasse und kalte Etappe hinter uns lag. Leider wurden wir immer wieder von verwilderten Hunden angegriffen - einer verbiss sich sogar in Jonathan's Hinterradtasche -.-
Traumhafte Felsformationen und Kletterhotspot Meteora
Von den traumhaften Felsformationen und Klettersehnsüchten in Meteora ging es endlich wieder mal recht flach und sehr rasch Richtung Volos, zum Ägäischen Meer und unseren lieben Gastgerbern Dina und George, die selbst vor längerer Zeit aus ihrer Heimat mit den Rucksäcken starteten und nun versuchen ein Leben in Griechenland aufzubauen. Mit ihnen verbachten wir gemeinsame nette Tage, kletterten bei herrlichem Ausblick und kochten gesund. Hier war es auch, wo wir die Entscheidung fällten zu Burgi, einer um Ecken Bekannten von Jonathan zu fahren, um dort auf Mani die Weihnachtsfeiertage zu verbringen und uns zu erholen....aber dazu wollten wir zunächst bis nach Athen radeln, um dort mit dem Bus weiterzufahren und rechtzeitig zu Weihnachten anzukommen...
Klettern bei Volos
Die Strecke Volos bis Athen bot sich uns als Radstrecke nicht sonderlich attraktiv, dennoch gab es einige Highlights: Wunderschöne Olivenhaine, in denen zu dieser Zeit intensivst geerntet wurde - ein Zeltplatz direkt an einer schönen Meeresbucht, ein Hinterachsenbruch! an meinem Rad in der Stadt Lamia (welch ein Glück!), der recht flott und billig von einem netten Griechen behoben wurde und mir auch gleich ein kleines Radservice durchführte, ein Geschenkemix aus Mandarinen/Orangen/Grapefruits und Abendessen von Griechen, die wir um Wasser baten, Mandarinen von einem Bauer, während wir Wasser auffüllten sowie plötzlich endende alte Autobahnstraßen...
Auf unserem Weg lagen glücklicherweise auch die Thermopylen - natürliche heiße Quellen, wo einst eine Schlacht zur Geschichte wurde und wir uns aufwärmen durften....
Heiße Quellen - Thermophylen
Der letzte Spartaner bei den Thermophylen? ;)
Zügig fuhren wir im Regen meinem persönlichen Radreiseziel im Jahr 2012 entgegen - Athen. Und als wir dann nun endlich nach langem chaotischen hin und herfahren den Busbahnhof fanden, unsere sieben Sachen verstaut hatten, durch schöne Landschaften fuhren, in Kalamata durch einen glücklichen Zufall Burgi zur Stelle war und uns mit "nach Hause" nehmen konnte, fühlte ich, wie ich mich entspannte und mich so richtig auf unsere Erholungswochen freute. Mehr dazu in unserem nächsten Post :)
Traumhafte Sonnenuntergänge auf Mani/Peloponnes
Jonathan: Genau heute sind wir 101 Tage auf Reisen und seit fast 3 Wochen genießen wir unsere Pause auf Mani. Ich muss schon ein wenig in meinen Erinnerungen grübeln um die Griechenland Etappe vollständig nacherzählen zu können. Einige Erlebnisse sind auf jeden Fall unvergesslich und für die anderen haben wir ein Tagebuch. Was auf jeden Fall erwähnenswert ist, sind die netten Menschen, denen wir hier begegnet sind. Erwähnt sei z.B. Theo aus der "Fair Play" bar. Ein bewundernswerter Mann! Wir konnten ein wenig in seinen Tagesablauf blicken und da war viel Routine und wenig Abwechslung zu sehen. Das er trotzdem so spontan war uns aufzunehmen, finde ich sehr schön, unglaublich mutig und nett. Es fällt mir immer wieder schwer mich bei diesen Menschen gebührend zu bedanken. Alles was wir machen können, ist ihnen von unserem Vorhaben zu erzählen. Anscheinend reicht das auch :)
Oder das nette "Couchsurfer Pärchen" aus Volos sie haben ein unglaublich abenteuerliches Leben und sind kreative Lebenskünstler. Die Abende an denen wir unsere Geschichten austauschten wurden lang. Am liebsten würde ich ihre Geschichte auch aufschreiben.
Und unterwegs trafen wir auch immer auf friedliche nette und hilfsbereite Menschen. Sehr nett sind die Griechen :)
Die Krise die das Land erschüttert ist sehr wohl zu erkennen. Angefangene Brücken stehen herum, Baustellen die eingeschlafen sind, die Autohäuser sind riesig groß, aber fast leer oder gar zugesperrt. Überhaupt stehen viele Häuser leer. Und die Krise ist in aller Munde, ein Gesprächsthema  bei dem wohl jeder was zu sagen hat. Die Menschen sind trotzdem hilfsbereit, spendabel und sehr nett. Ich sehe keinen Grund, hier nicht mehr in den Urlaub gehen zu können.
Die Pannen und die Berge die uns auf der Reise begleiteten waren wiedermal wie maßgeschneidert für uns. Wir wurden physisch und psychisch bis ans Limit gefordert. Und dazwischen waren Zeiten des Glücks und der Erholung. Zufällig nach einer Riesenetappe mit Manus Hinterachsenbruch und mittelmäßigem Wetter, kamen die heißen Quellen der Thermophylen. Wie gerufen!
Und jetzt sitze ich hier in familiärer Stimmung im Biohotel "Sonnenlink" mit Blick auf´s Meer, warmen Duschen, und netten Menschen. Auch zufällig :)



Kommentare:

  1. Hallo Manu / Johnathan

    ..schön wieder von Euch zu hören/lesen - und das es Euch gut geht

    ..haben im Video bei 1:28 kurz Manu's Lieblingsbeschäftigung gesehen:
    vermutl. FRÜHSTÜCK im Freien bei Schönwetter

    ..bei uns z.Zt. 15cm Schnee im Garten

    Grüsse aus der Heimat - von den Gartennachbarn KGV Kagran

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo ihr lieben Nachbarn!
      Da habt ihr mich wohl ertappt ;)
      Wenn wir wieder retour sind, müssen wir meine Lieblingsbeschäftigung unbedingt wieder gemeinsam zelebrieren! :)
      Ich freu mich immer sehr, von euch zu lesen!
      Lasst den Schnee von mir Grüßen,
      manuela und jonathan

      Löschen
  2. liebe Manu
    es ist toll, daß ihr schon so weit gekommen seid! Zu deinem Geburtstag wünschen wir dir noch viele schöne Tage, vor allem Gesundheit und noch viel Spaß.

    edith und opa

    AntwortenLöschen
  3. Danke ihr Lieben!
    Hoffe, auch euch geht es gut?! - demnächst geht es bei uns schon in die schöne Türkei! :) Zu meinem Geburtstag werden wir voraussichtlich gerade unterwegs nach Athen sein!
    Bussis

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Manuela! Lieber Jonathan!

    Ich freue mich, dass es Euch gut geht. Es ist schon erstaunlich, dass 2 "Stadtkinder" den Mut zu so einer Reise haben. Aber wahrscheinlich erfüllt Ihr Euch den Traum, den viele im stillen Kämmerlein träumen. Wir wünschen Dir, liebe Manuela alles Gute zum Geburtstag, viele, viele schöne Stunden und passt bitte auf Euch auf.

    Opa, Thesi, Alex, Stefan und Isabella

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke euch ihr Lieben!!! Nun ja - genau genommen ist Jonathan ja kein Stadtmensch, er hat ja schon sehr lange in der Natur/Wildnis gelebt und ist am Land aufgewachsen :) Aber es stimmt - wir sind beide aus der Stadt raus um die weite Welt zu sehen. Diesen (etwas anderes gewählten) Schritt zu wagen, war durchaus nicht leicht! Vor allem für mich nicht - es war allerdings mein langer insgeheimer Wunsch auszubrechen um die Welt und auch mich kennenzulernen :)
      Alles Liebe in die Heimat!

      Löschen